Feminismus – Gleichberechtigung

Feminismus ist ein viel diskutiertes Thema, es ist omnipräsent. Gerade in meinem Berufsfeld werde ich oft damit konfrontiert, ein Sexist zu sein. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um meinen Standpunkt rund ums Thema Gleichberechtigung darzulegen.

Oft hört man Begriffe wie „Feminazis“ oder hat den Stereotypen des abwertenden, machtgeilen Mannes vor sich. Es handelt sich dabei um zwei extreme Seiten, die aufeinandertreffen – extrem halte ich so gut wie nie für den richtigen Weg. Die beiden „Fronten“ hetzen gegeneinander und schießen dabei voll und ganz am Sinn der Sache vorbei. Widerstand, der auf Widerstand trifft, führt zu noch mehr Kraftaufwand auf beiden Seiten, das führt zu einem Kampf – wodurch Gleichberechtigung unmöglich wird.

Aber was ist eigentlich das Ziel? Wir wollen doch alle ein schönes, gutes und selbstverständlich auch faires Miteinander. Das ist doch der Sinn einer funktionierenden Gesellschaft. Das ist auch die Absicht der Aktivisten, doch wir müssen an einen Punkt gelangen, wo wir miteinander denken und uns nicht bekämpfen.

Feminismus entstand im späten 19. Jahrhundert in Frankreich, eine Zeit, in der Frauen stark unterdrückt wurden. Sie mussten mehr Rechte bekommen, es war wirklich nötig zu kämpfen! Wir können alle heilfroh sein, dass dieser Prozess stattgefunden hat. Aber auch heute, im Jahr 2019 ist die Kluft zwischen den Geschlechtern noch vorhanden. Keine Frage, es gibt noch immer eine Menge Ungerechtigkeiten, an denen wir arbeiten müssen. Das funktioniert aber nur, wenn wir zusammenhalten, gemeinsam das gleiche Ziel verfolgen, anstatt Hass zu schüren. Zwei radikale Fronten aufeinander aufzuhetzen, bringt Journalisten vielleicht Geld ein, doch zu einem harmonischen miteinander wird es nicht kommen, wenn wir mit dem “Krieg” Geld verdienen. Extreme sind nie die Lösung.

Das lässt den Begriff „Feminismus“ für mich problematisch erscheinen. Er bezeichnet zwar Gleichberechtigung, schließt auf der anderen Seite aber Männer aus. Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen „femina“ = Frau, ab. Von sich als Mann zu sagen, man ist „Frauist“, ist nicht so einfach, da es schwierig ist, sich damit zu identifizieren. Bitte versteht mich nicht falsch, ich will definitiv nicht sagen, dass Männer sich auch Rechte erkämpfen müssen, sondern sie auf die Seite derjenigen ziehen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen.

Klar, viele moderne Männer sind stolz sich „Feminist“ zu nennen, aber meiner Meinung nach benötigen wir einen anderen Begriff, um zusammen eine faire Gesellschaft zu formen. Dadurch würden sich einige Männer nicht mehr bedroht fühlen und könnten sich so ebenfalls für Gleichberechtigung einsetzen.

Die Definition scheint an sich schon problematisch zu sein, sofern sie nicht einheitlich ist. Das führt ebenfalls zu Missverständnissen. Auf Wikipedia liest man:

“Feminismus ist ein Oberbegriff für gesellschaftliche, politische und akademische Strömungen und soziale Bewegungen, die, basierend auf kritischen Analysen von Geschlechterordnungen, für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung aller Menschen jeglichen Geschlechts sowie gegen Sexismus eintreten und diese Ziele durch entsprechende Maßnahmen umzusetzen versuchen.”

während im Duden steht:

“Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt”

Mit meiner Arbeit bringe ich Männern bei, Frauen auf eine liebevolle Art anzusprechen. Nachpfeifen und co. sollten somit Geschichte sein. Aber durch dieses politisch höchst aufgeladene Thema, durch die Radikalität in manchen Aspekten des politisch Korrekten, schießen schnell viele Emotionen hoch. Dadurch werden gute Männer, die ihren Mut zusammennehmen, eingeschüchtert. Die Grenze, zwischen der Akzeptanz seines gesunden, vollkommen normalen Interesses an einer Frau und sexistischem Verhalten wird unklar. “Ist es übergriffig zu versuchen, sie zu küssen?” “Oh Gott, sie darf nicht merken, dass ich sie mag!” Oder Aussagen wie „Ich liebe sie so sehr, mit ihr würde ich nicht schlafen“, sind doch sehr schockierend. Ich höre diese Dinge jedoch regelmäßig von Kunden. Was ist hier nur passiert? Ganz einfach, radikale Positionen haben sich in die Medien eingeschlichen. Ganz subtil werden diese Botschaften zum Beispiel in Filmen vermittelt und schleichen sich so in die Köpfe der Menschen ein. Sexualität wird nicht mehr als etwas schönes und natürliches gesehen sondern mit negativen Emotionen verknüpft. Das ist eine sehr schlechte Bewegung! Sie nimmt uns das Menschsein, den Lebensgenuss. Fast schon Mittelalterliche Züge nimmt das an.

Im folgenden Screenshot siehst du ein typisches Beispiel dafür, dass das Thema emotional aufgeladen ist. Alles wird wie ein Angriff interpretiert – mit keinem Wort sage ich, was mir vorgeworfen wird. Für sie fühlt es sich aber so an, da nicht mehr reflektiert nachgedacht wird, sondern sofort Krieg erklärt wird. Nach dem die Überschrift ihre Emotionen getriggert hat, spielen die Worte die ich benutze gar keine Rolle mehr. Es wird ein Angriff, ja sogar Sexismus in meine Arbeit interpretiert – obwohl das Gegenteil der Fall ist.

Viele Männer werden immer unsicherer, bis sie sich schließlich gar nicht mehr trauen eine Frau anzusprechen. Das führt entweder zu Rückzug oder Überkompensation durch Verhalten wie Nachpfeifen. Und die Frauen beginnen sich zu fragen, wo die Gentleman geblieben sind.

Es ist mir wichtig dieses Dilemma aufzuzeigen. Und nein, das bedeutet nicht, dass irgendjemand beschuldigt werden müsste. Wir müssen zusammenarbeiten. Daher mein Tipp, bei radikalen Diskussionen um diese Themen: Entweder raushalten oder diplomatisch agieren. Fühl dich keinesfalls angegriffen und werde hitzig – das führt wieder zur genannten Problematik. In dem Moment, indem wir gemeinsam denken, ist der Prozess der Gleichberechtigung geschafft.

Heute mal etwas schwerere Lektüre zum Nachdenken. Ich hoffe, sie hat einige Gedankenprozesse ausgelöst.

Dein Wing

Fabian

Wenn du Hilfe beim Frauen kennenlernen haben willst, kannst du dich übrigens hier melden. Um sowohl dir, wie auch der Frau ein tolles Erlebnis zu liefern!

6 thoughts on “Feminismus – Gleichberechtigung

  1. hein160857 says:

    Besonders spannend finde ich den Textausschnitt. Person A folgt in dieser Situation (never generalize) dem mainstream narrative aus Prinzip heraus etwas das formell nicht Gender geträu ist als sexistisch anzuprangern, ohne an dieser Stelle vorab den betreffende Hintergrund zu hinterfragen. Das rechtlich, gesellschaftlich und im Arbeitsleben absolute Gleichstellung zu erfolgen hat steht außer Frage. Aber solltest du als Mann Coachings für Frauen anbieten, wo die Ängste und Unsicherheiten die Frauen beim Ansprechen haben vl teils ähnlich sind aber in vielen Belangen fundamental voneinander abweichen?…….Deine Antwort hat mir an dieser Stelle sehr gut gefallen!

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